Pressemitteilung vom 06.06.2005
Erster Industrietag der Konstanzer Informatik/Informationswissenschaft
Positive Bilanz:
Am 2. Juni 2005 führte der Fachbereich Informatik/Informationswissenschaften der Universität Konstanz zum ersten Mal einen Industrietag durch. „Wir haben mit einer solchen Veranstaltung ganz gezielt Industrieunternehmen angesprochen und dazu eingeladen, mit den Konstanzer Informatikern und Informationswissenschaftlern ins Gespräch zu kommen. Dies sind zum einen die großen Unternehmen, aber auch die kleinen Ein-Mann-Betriebe, die sich sehr ideenreich spezielle Marktlücken ausgesucht haben. Zum einen ist es uns wichtig, dass Industrievertreter die Ausbildungswege an der Universität Konstanz kennen lernen und sich ein Bild davon machen, wer eigentlich unsere Bachelor- und Master-Absolventen sind, und welche Art von Informatik sich hinter den Studiengängen im Fach Information Engineering verbirgt. Zum anderen wollen wir auch neue Netzwerke für gemeinsame Forschungsprojekte knüpfen“, erklärt Professor Stefan Leue, der Koordinator des Industrietags 2005.
Vom Gesprächsforum mit der Wissenschaft machten Industrievertreter reichlich Gebrauch. An Informationsständen im Fachbereich demonstrierten Professoren und Studierende, welche Forschungsschwerpunkte die Konstanzer Informatik mit ihren insgesamt 10 Professuren und rund 300 Studierenden zu bieten hat und kamen ins Gespräch mit den Kleinen und Großen der Branche. Firmen aus der Bodenseeregion waren ebenso vertreten wie einige aus dem Thurgau und sogar aus Zürich.
„Der Fachbereich kann mit sehr vielfältigen Forschungsschwerpunkten aufwarten. Sicher, ein wichtiger ist die Visualisierung großer Datenmengen. In den letzten Wochen stand in diesem Zusammenhang die neue Power Wall – eine fünf mal zwei Meter große hochauflösende Beamer-Projektionswand und perfektes Instrument zur Visualisierung riesiger Datenmengen – im Focus des öffentlichen Interesses“, so Leue. Die Power Wall ist allerdings nur ein Baustein im großen Spektrum. Spannende Anwendungsgebiete der Erkenntnisse der Konstanzer Informatiker und Informationswissenschaftler gibt es genug. Was für einen Fachfremden auf den ersten Blick ein Buch mit sieben Siegeln ist, ist eigentlich mitten im Leben, meint Leue, der sehr schnell eine ganze Reihe von konkreten Anwendungsbeispielen zur Hand hat: Professor Michael Berthold, der Inhaber des ALTANA Stiftungslehrstuhls, beschäftigt sich u. a. mit der Visualisierung von Datenmengen, die bei großen Versuchsreihen beim Test von Medikamenten entstehen und ist hier auf der Suche nach immer wiederkehrenden Datenmustern. Professor Saupe arbeitet mit dem Deutschen Wetterdienst zusammen und poliert dem die für die Wettervorhersage notwendigen Messwerte durch ausgeklügelte mathematische Verfahren mit Hilfe besonderer Computerprogramme auf. In der Arbeitsgruppe von Prof. Reiterer wird die Mensch-Computer-Interkation vereinfacht, meint, wer beispielsweise sein zukünftiges Traumauto auf den Internetweiten einschlägiger Automobilhersteller konfigurieren will und virtuell im Luxus der Sonderlackierungen und Alufelgen schwelgt, kann dies auf sehr bequeme und professionelle Art und Weise tun, weil besondere Softwarelösungen die virtuelle Reise durch die Autowelt vereinfachen. Ein weiteres spannendes Beispiel ist das „K3-Forum“ von Prof. Kuhlen, ein kollaboratives Wissensmanagement-System in der Lehre, das bei Lehrveranstaltungen unterstützend eingesetzt werden kann. Über dieses Werkzeug kann Wissen ausgetauscht, aufbereitet und wieder zur Verfügung gestellt werden ohne dass Lehrer und Lernende an einem Unterrichtsort zu einer festen Unterrichtszeit zusammentreffen müssen.
Nach einer erfolgreichen Premiere, steht einem nächsten Industrietag nichts mehr im Wege. „Mit dem ersten Industrietag sind wir sehr zufrieden. Wir sind gespannt, welche Gespräche sich auch im Nachgang zur eigentlichen Veranstaltung ergeben“, erklärt Leue.




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